Uwe Keller/ Oktober 12, 2022

Die Heil- und Versorgungsanstalt Pirna – Sonnenstein – eine genealogische Betrachtung 1811 – 1848

Durch den Niedergang der strategischen Bedeutung der Pirnaer Festung Sonnenstein, u.a. auf Grund der technischen Weiterentwicklung der Militärtechnik in der damaligen Zeit, wurde auf dem damaligen Festungsgelände die ersten Königl. Sächs. Heil- und Versorgungsanstalt gegründet, weiteres hierzu u.a. unter

https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Sonnenstein

Mein Interesse liegt an einer genealogischen Betrachtung der in der Anstalt verstorbenen Insassen. Diese kamen Anfang auch aus den ehemaligen Versorgungswerken in Torgau und Waldheim, wo diese zum Teil schon vor 1800 eingeliefert worden.Der humane Gedanke der damaligen Gründung war die Heilung bzw. Versorgung körperlich und geistig Erkrankte. deren Pflege, bzw. diese wieder in die Gesellschaft in integrieren.

1811 wurde die damalige Schloßkirche, sich zur damaligen Zeit sich auf der östlichen Bastion befindend als Anstaltskirche geweiht. Diese Kirche wurde 1904 abgerissen und eine heute stehende neue Kirche gebaut.
Im November 1812 wurde ein eigener Friedhof auf dem Gelände der Anstalt eingerichtet.

Kirchenbücher wurden ab 1811 geführt. Neben den Bestattungen den Insassen der Anstalt, wurden die Taufen der Kinder von Insassen sowie bei der Anstalt Beschäftigter bezeugt. Mindesten bis 1817 wurden auch die Taufen von Häftlingen der sich am Ort befindlichen Strafanstalt bezeugt.
Ab 1811 wurden auch Trauungen der Mitarbeiter bzw. deren Nachkommen bezeugt.

Ich habe im Folgenden die Taufen, Trauungen und Bestattungen der Anstaltskirche verkartet.

In einem ersten Schritt stelle ich die Namen geordnet nach Taufen, Trauungen und Bestattungen in 10 Jahreschritten hier ein.

Wer mich in Sache bzw. mit auswärtigen Funden unterstützen möchte bzw. wer auf dem Sonnenstein nach seinen Vorfahren sucht (1811 – 1848) und Hilfe benötigt, kann sich gern an mich wenden.

Taufen :                 1811 – 1816

Berlan, Gräßler, Grohmann, Pienitz, Rohkohl, Schmidt, Thieme, Zschernig,

Trauungen:         1811 – 1820

Danke, Kohl, Pönicke, Rohkohl, Schmidt, Täubert,

Trauungen:           1821 – 1830

Bann

Trauungen:           18231 – 1840

von Egidy, Löschau, Silbermann


Bestattungen
:      1811 –  1814

Namen:                 Bernhardt, Bürger, Burkhardt, Büttner, Dartler, Fischer, Gier, Grafe, Hähnel, von Hartitzsch, Helbig, Holzmann, Jennisch, Klappenbach, Klausnitzer, Kloß, Kreysig, Kuhlisch, Kümmel, Lehmann, Leschke, Lorenz, Lötzel, von Lüttichau, Mannschatz, Michalke, Pienitz, Redlich, Rößler, Schnederlein, Schildbach, Schmieder, Schneider, Schreiber, Schirmer, Scholz, Schulze, Seibt, Stiebner, Thalmann, Thieme, Trautmann, Uhlig, Völkel, Wartenberg, Winckler,  Wolle, Zieger, Zschau

Orte:                     Altranstädt, Altstadt b. Waldenburg, Annaberg, Chemnitz, Dresden, Eibenstock, Eythra, Göda, Großkoschen, Herwigsdorf, Herzberg, Kirschau, Königsbrück, Langensalza, Lauban, Leipzig, Lichtenwalde, Liptitz, Mannewitz, Mickel, Naumburg, Potschappel, Quohren, Radeberg, Roßwein, Scheidungen, Schmiedeberg, Schwarzbach b. Colditz, Thammenhain, Torgau, Zeitz, Zscheschau

Ortslagen die nicht geklärt sind:    

  • Kutzleben bei Lützen
  • Lehna bei Jüterbog

Wenn Sie Vorfahren zwischen 1940 – 1945 suchen, die in der Anstalt von den Nationalsozialisten ermordet wurden wenden Sie sich bitte an die Gedenkstätte  https://www.stsg.de/cms/pirna/startseite

Die erhaltenen Kirchenbücher der Anstaltskirche Pirna – Sonnenstein liegen heute im Pfarramt in Pirna.

Seit 1972 gibt es wieder eine eigene Kirchengemeinde Pirna – Sonnenstein in einem neu errichteten Gemeindegebäude.

Mitarbeiter der Anstalt:

  • ab 1811 Dr. Pienitz

Bemerkenswerte Einträge und Kuriositäten:

Abschrift aus dem Totenbuch der St. Marienkirche Pirna

Jahr:    1719    Nr.                    Seite:    590

den 8. Augusti, entstand ein starkes Donnerwetter, so daß der Donner auf hiesiger Festung Sonnenstein in den Turm schlug, der über dem Tor stund. wo man zu Schloßhofe hineingeht, daß derselbe fast in einem Augenblick übern Haufen mitsamt dem Gebäude in den Graben geworden war, auch viel Granaten u. ander Geschütz angezündet. daß also ein solches Krachen u. Schrecken verursacht wurde, daß alle Menschen, Angst und Bange“ gewesen und nicht gewußt haben, wo zu bleiben. An Menschen sind gefallen u. tot. geblieben 6 Personen, nämlich der Obrist Leutnant von Reisewitz als Vice – Kommandant, die Frau Zeugwärterin, 3 Soldaten u. 1 Arrestant. Sie beerdigt worden wie sie gefunden.


weitere Quelle:

https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Sonnenstein
https://www.stsg.de/cms/pirna/startseite                       Gedenkstätte Sonnenstein

Update 9/23

die ersten 240 Datensätze aus Taufen, Trauungen und Bestattungen zwischen ab 1811 wurden verkartet, die Verkartung wird weitergeführt und ich bitte um Unterstützung.

Seit 1972 gibt es wieder eine eigene Kirchengemeinde Pirna – Sonnenstein in einem neu errichteten Gemeindegebäude.

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